Der Pudel ist der meistfotografierte Hund der Welt – und zwar mit deutlichem Abstand

Wer einen Hund hat, kennt vermutlich dieses kleine Missverhältnis im Smartphone-Speicher: Auf ein gelungenes Urlaubsfoto kommen gefühlt 37 Aufnahmen vom Hund. Schlafend auf dem Sofa, erwartungsvoll vor dem Futternapf, nachdenklich aus dem Fenster blickend oder mit jenem Gesichtsausdruck, der eigentlich nur bedeutet, dass gerade irgendwo eine Tüte geöffnet wurde. Hunde sind längst nicht mehr nur Familienmitglieder und Begleiter – sie gehören zu den zuverlässigsten Stars unserer privaten Fotogalerien. Wir blättern durch die Alben! (Bildquelle: Tuomas Härkönen (Unsplash))

19. September 2026 6 Minuten

Der Hund im Bett, am Strand, beim Gassi, im Regen, in der Badewanne, auf dem Sofa, im Auto. Hunde sind auf hunderten Fotos in Alben, auf Handys oder im Netz zu finden. Doch welche Vierbeiner landen besonders häufig vor der Smartphone-Kamera? Das wollte die Fotobuch-App Popsa genauer wissen und hat dafür Millionen Kundenfotos aus den Jahren 2024 und 2025 analysiert. Das Ergebnis ist überraschend eindeutig: Der Pudel führt das weltweite Ranking zum zweiten Mal in Folge an – und lässt selbst Retriever ziemlich weit hinter sich.

Millionen Hundefotos liefern ein ungewöhnliches Ranking

Natürlich handelt es sich bei der Untersuchung nicht um eine repräsentative Erhebung sämtlicher Hundefotos der Welt. Die Datengrundlage besteht aus Millionen Bildern von Popsa-Nutzern und damit aus einer speziellen Stichprobe. Trotzdem ist sie interessant: Statt Umfragen auszuwerten oder Instagram-Hashtags zu zählen, basiert das Ranking auf Bildern, die Menschen tatsächlich auf ihren Smartphones gespeichert haben.

Nach Angaben von Popsa wurden die Fotos dabei nicht von Mitarbeitern betrachtet. Die App identifiziert Hunde und die jeweils wahrscheinlichste Rasse mithilfe von Machine Learning direkt auf dem Endgerät. Für die Analyse werden lediglich anonymisierte Labels zusammengeführt. Anschließend wurde die Häufigkeit der erkannten Rassen in einen Foto-Index von 0 bis 100 umgerechnet. Die meistfotografierte Kategorie erhält dabei den Referenzwert 100.

Das ist ein wichtiger Unterschied: Ein Indexwert von 100 bedeutet also nicht, dass 100 Prozent aller Fotos einen Pudel zeigen. Er macht vielmehr sichtbar, wie häufig eine Rasse beziehungsweise Rassegruppe im Verhältnis zu den anderen Kategorien auftaucht.

Pudel schlägt Retriever – ziemlich deutlich

An der Spitze steht der Pudel mit dem maximalen Foto-Index von 100 Punkten. Dahinter folgt mit erheblichem Abstand der Retriever mit 54 Punkten, wobei Popsa verschiedene Retriever-Rassen wie Labrador, Golden Retriever oder Flat-Coated Retriever in dieser Kategorie zusammenfasst. Platz drei geht an die ebenfalls breit gefasste Gruppe der Hounds mit 48 Punkten, gefolgt vom Schnauzer mit 46 Punkten.

Die vollständigen Top 10 sehen so aus:

Platz Rasse/Rassegruppe Foto-Index
1 Pudel 100
2 Retriever 54
3 Hound 48
4 Schnauzer 46
5 Spaniel 37
6 Terrier 26
7 Deutscher Schäferhund 26
8 Beagle 24
9 Bichon Frisé 21
10 Setter 18

Bemerkenswert ist weniger, dass der Pudel gewinnt, als vielmehr sein Vorsprung. Selbst der zweitplatzierte Retriever kommt im Popsa-Index nur etwas mehr als halb so hoch. Und das, obwohl „Retriever“ hier keine einzelne Rasse bezeichnet, während der Pudel als eigene Kategorie antritt. Auch Kategorien wie Hound, Spaniel und Terrier umfassen jeweils unterschiedliche Rassen. Das Ranking sollte deshalb eher als Blick auf die Fotogewohnheiten innerhalb der Popsa-Nutzerschaft verstanden werden als als wissenschaftlich exakte Rangliste einzelner Hunderassen.

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Warum ausgerechnet der Pudel?

Darüber lässt sich wunderbar spekulieren – beweisen lässt es sich mit den vorliegenden Daten allerdings nicht. Ein paar plausible Erklärungen gibt es trotzdem. Pudel besitzen mit ihrem lockigen Fell und den unterschiedlichen Schermöglichkeiten ein sehr charakteristisches Erscheinungsbild. Hinzu kommen verschiedene Größen und Farben. Die FCI unterscheidet Groß-, Klein-, Zwerg- und Toypudel sowie zahlreiche Farbvarianten. Das macht die Rasse optisch ausgesprochen vielseitig.

Vielleicht ist der Grund aber viel simpler: Hunde werden besonders häufig fotografiert, wenn sie eng am Alltag ihrer Menschen teilnehmen. Sofa, Café, Spaziergang, Urlaub, Rückbank, Homeoffice – je mehr gemeinsame Situationen es gibt, desto mehr Gelegenheiten entstehen für das Smartphone. Ob der Pudel dabei tatsächlich häufiger fotografiert wird, weil er besonders fotogen, besonders präsent oder schlicht unter Popsa-Nutzern besonders verbreitet ist, kann die Untersuchung nicht beantworten.

Genau darin liegt allerdings ein interessanter Punkt des Rankings. Es misst nicht, welcher Hund objektiv am schönsten aussieht oder welche Rasse weltweit am beliebtesten ist. Es misst, welche von der Software erkannten Hunde besonders häufig in den untersuchten privaten Fotobibliotheken auftauchen. Das klingt ähnlich, ist aber etwas völlig anderes.

Der Setter ist der Aufsteiger des Jahres

Während die Spitze stabil bleibt, gibt es weiter hinten Bewegung. Der Setter verbessert sich gegenüber dem vorherigen Ranking um drei Plätze und schafft es mit einem Indexwert von 18 auf Platz zehn. Dafür fällt die Bulldogge aus den Top 10. Popsa bringt diese Veränderung mit einem möglicherweise wachsenden Interesse an Familienhunden in Verbindung, bei denen weniger Gesundheitsprobleme durch extreme Kurzköpfigkeit zu erwarten sind. 

Dass brachycephale, also kurzköpfige Hunderassen gesundheitlich problematische Zuchtmerkmale aufweisen können, ist davon unabhängig gut dokumentiert. Ob solche gesundheitlichen Diskussionen tatsächlich dafür verantwortlich sind, dass Bulldoggen in Popsas Fotodaten zurückfallen, wäre vielleicht eine weitere Untersuchung wert. 

Setter (c) Camylla Battani (Unsplash)
Setter (c) Camylla Battani (Unsplash)

Was unsere Kamerarolle über unser Verhältnis zu Hunden erzählt

Vielleicht ist ohnehin nicht die Frage nach Platz eins das Spannendste an dieser Auswertung. Interessanter ist, dass Millionen privater Smartphone-Fotos überhaupt genügend Material liefern, um solche Muster zu erkennen. Das Smartphone ist längst zum visuellen Tagebuch geworden. Was früher vielleicht ein paar sorgfältig ausgewählte Bilder im Familienalbum waren, sind heute hunderte oder tausende spontane Aufnahmen, die häufig nie ausgedruckt oder veröffentlicht werden.

Haustiere nehmen darin eine besondere Rolle ein. Wir fotografieren sie nicht nur bei außergewöhnlichen Ereignissen, sondern gerade in völlig banalen Situationen. Der Hund muss nichts Besonderes tun, um ein Foto wert zu sein. Ein schiefer Blick reicht. Eine merkwürdige Schlafposition sowieso. Und selbstverständlich muss dokumentiert werden, wenn er zum ungefähr 900. Mal denselben Ball anschleppt.

Genau deshalb erzählt ein Datensatz aus privaten Kamerarollen womöglich etwas anderes als die üblichen Social-Media-Rankings. Auf Instagram oder TikTok sehen wir, was Menschen öffentlich zeigen möchten. In der Fotogalerie steckt dagegen auch all das Material, das niemals jemand anderes zu Gesicht bekommt: unscharfe Schnappschüsse, zehn beinahe identische Bilder vom Spaziergang und jene Aufnahme, auf der der eigene Hund sensationell aussieht, während alle Menschen im Bild die Augen geschlossen haben.

FAQ: Die meistfotografierten Hunde der Welt

Welche Hunderasse wird laut Popsa am häufigsten fotografiert?
Der Pudel belegt im Popsa-Ranking 2026 mit einem Foto-Index von 100 den ersten Platz. Grundlage sind Millionen Kundenfotos aus den Jahren 2024 und 2025.

Welche Hunde folgen auf den weiteren Plätzen?
Auf Platz zwei liegen Retriever mit einem Index von 54, gefolgt von Hounds mit 48 und Schnauzern mit 46 Punkten. Spaniel komplettieren die Top 5.

Ist der Pudel damit nachweislich die meistfotografierte Hunderasse der Welt?
Nicht im streng wissenschaftlichen Sinn. Untersucht wurden Millionen Fotos aus dem Popsa-Umfeld und damit keine repräsentative Stichprobe aller Hundebesitzer weltweit. Das Ranking zeigt, welche Hunde innerhalb dieses Datensatzes besonders häufig erkannt wurden.

Haben Mitarbeiter von Popsa die privaten Fotos angesehen?
Nach Angaben des Unternehmens nein. Die Erkennung erfolgt mittels Machine Learning auf dem Endgerät. Für die Auswertung werden anschließend Labels und nicht die eigentlichen Bilder aggregiert.

Welche Hunderasse hat im Vergleich zum Vorjahr besonders zugelegt?
Der Setter stieg um drei Positionen und belegt nun Platz zehn. Die Bulldogge schaffte es dagegen nicht mehr unter die ersten zehn.

Kommt der Pudel aus Deutschland oder Frankreich?
Hier ist die Quellenlage beziehungsweise Zuordnung komplizierter, als es die Pressemitteilung erscheinen lässt. Popsa bezeichnet den Ursprung als deutsch; die Fédération Cynologique Internationale führt in ihrem aktuell gültigen Rassestandard dagegen Frankreich als Ursprungsland und Französisch als offizielle Originalsprache. Für den Artikel würde ich deshalb nicht pauschal von einer deutschen Hunderasse sprechen.

Quellen und Anmerkungen:

  • Popsa: The most photographed dog breeds in the world, Georgina Groom-Rietschy, 5. August 2026; Methodik und Ranking auf der Unternehmenswebsite. Abruf: 16. September 2026. Popsa – The most photographed dog breeds in the world
  • Popsa/Fleaky: Presseinformation „Pudel schlägt Retriever: Das sind die meistfotografierten Hunderassen der Welt“, 16. September 2026.
  • Fédération Cynologique Internationale (FCI): Rassennomenklatur und Standard Nr. 172, Pudel/Caniche, gültiger offizieller Standard vom 20. März 2024. FCI – Pudel (Caniche)

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