Deutsche Post 2027: Diese Briefformate ändern sich

Mehr Gewicht, andere Maße und ein neues internationales Format: Ab Januar 2027 stellt die Deutsche Post ihren Briefversand teilweise neu auf.

25. August 2026 6 Minuten

TL;DR: Ab Januar 2027 ändern sich Großbrief und Maxibrief

Erfahre, welche Maße und Gewichte dann gelten und welches internationale Format entfällt.

Mehr Gewicht, andere Maße und ein neues internationales Format: Ab Januar 2027 stellt die Deutsche Post ihren Briefversand teilweise neu auf. Ob Steuerunterlagen, Verträge oder das kleine Ersatzteil aus dem Keller: Manchmal muss es eben doch ein echter Brief sein. Ab dem 1. Januar 2027 gelten dafür bei der Deutschen Post teilweise neue Spielregeln.

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Das Unternehmen ordnet seine Briefformate neu. Der Großbrief darf künftig dicker und schwerer werden, der Maxibrief bekommt andere Höchstmaße und beim Versand ins Ausland verschwindet eine bekannte Versandart vollständig. Ziel der Umstellung ist eine klarere Trennung zwischen Dokumenten- und Warenversand. Gleichzeitig sollen die Briefsortiermaschinen Sendungen zuverlässiger und schneller verarbeiten können.

Pakete, Post, Versandkosten. Das ändert sich 2027. Bild KI generiert.webp
Pakete, Post, Versandkosten. Das ändert sich 2027. Bild KI generiert.webp

Das Wichtigste auf einen Blick

Ab dem 1. Januar 2027 gelten folgende Änderungen:

  • Der nationale Großbrief darf bis zu drei Zentimeter dick sein.
  • Sein Höchstgewicht steigt von 500 auf 1.000 Gramm.
  • Der nationale Maxibrief darf künftig bis zu zwei Kilogramm wiegen.
  • Beim Maxibrief sinkt die erlaubte Höhe von fünf auf drei Zentimeter.
  • Der Maxibrief mit zusätzlichem Entgelt entfällt.
  • International wird ein neuer Midibrief eingeführt.
  • Der Maxibrief International wird abgeschafft.
  • Standard- und Kompaktbriefe bleiben bestehen.

Wer nur einen normalen Brief oder eine Postkarte verschickt, muss sich also nicht komplett neu orientieren. Vor allem bei größeren, dickeren oder schwereren Sendungen lohnt es sich jedoch, künftig genauer nachzumessen.

Der Großbrief darf mehr tragen

Die wohl angenehmste Änderung betrifft den Großbrief innerhalb Deutschlands. Bisher darf er höchstens zwei Zentimeter dick sein und maximal 500 Gramm wiegen. Ab 2027 steigt die erlaubte Höhe auf drei Zentimeter. Gleichzeitig verdoppelt sich das Höchstgewicht auf 1.000 Gramm. Länge und Breite bleiben unverändert.

Damit lassen sich künftig mehr Dokumente, Broschüren oder kleinere Gegenstände als Großbrief verschicken. Der bisherige Maxibrief könnte dadurch für viele Sendungen überflüssig werden.

Großbrief national: alte und neue Maße

Großbrief Bis 31. Dezember 2026 Ab 1. Januar 2027
Länge 10 bis 35,3 cm 10 bis 35,3 cm
Breite 7 bis 25 cm 7 bis 25 cm
Höhe bis 2 cm bis 3 cm
Gewicht bis 500 g bis 1.000 g


Der Maxibrief wird flacher, aber schwerer

Beim nationalen Maxibrief fällt die Bilanz gemischt aus. Sein Maximalgewicht steigt zwar von 1.000 auf 2.000 Gramm. Gleichzeitig darf die Sendung künftig aber nur noch drei statt fünf Zentimeter hoch sein. Dafür wachsen Länge und Breite: Statt maximal 35,3 mal 25 Zentimeter sind ab 2027 bis zu 38,1 mal 30,5 Zentimeter möglich.

Das bedeutet: Der Maxibrief darf künftig größer und schwerer, aber nicht mehr so dick sein. Wer beispielsweise ein kleines Buch oder flache Waren verschickt, kann davon profitieren. Bei voluminösen Gegenständen könnte dagegen schneller ein Paket oder Päckchen erforderlich werden.

Maxibrief national: Das ändert sich

Maxibrief Bis 31. Dezember 2026  Ab 1. Januar 2027
Länge 10 bis 35,3 cm 10 bis 38,1 cm
Breite 7 bis 25 cm 7 bis 30,5 cm
Höhe bis 5 cm bis 3 cm
Gewicht bis 1.000 g bis 2.000 g

 

Bislang können besonders große Maxibriefe gegen ein zusätzliches Entgelt verschickt werden. Dabei dürfen Länge, Breite und Höhe zusammen höchstens 90 Zentimeter ergeben, wobei keine Seite länger als 60 Zentimeter sein darf. Dieses Zusatzformat entfällt ab 2027.

International kommt der Midibrief

Deutlich umfangreicher fallen die Änderungen beim Briefversand ins Ausland aus. Neu eingeführt wird der Midibrief International. Er darf bis zu 38,1 Zentimeter lang, 30,5 Zentimeter breit und zwei Zentimeter hoch sein. Das Höchstgewicht beträgt 500 Gramm.

Das neue Format übernimmt damit weitgehend die bisherige Gewichtsklasse des internationalen Großbriefs. Nach Angaben der Deutschen Post können Umschläge im Format DIN B4, die bislang als Großbrief International verschickt wurden, künftig als Midibrief International versendet werden.

Der Großbrief International wird größer

Auch der Großbrief International bekommt mehr Platz. Seine maximale Höhe steigt von zwei auf drei Zentimeter. Statt 500 Gramm darf er künftig bis zu 1.000 Gramm wiegen. Die erlaubte Länge wächst auf 38,1 Zentimeter, die maximale Breite auf 30,5 Zentimeter. Damit entspricht er ab 2027 beim Höchstformat und Höchstgewicht dem nationalen Großbrief.

Neue internationale Briefformate ab 2027

Format Maße ab 1. Januar 2027 Gewicht
Midibrief International 14–38,1 × 9–30,5 × bis 2 cm bis 500 g
Großbrief International 14–38,1 × 9–30,5 × bis 3 cm bis 1.000 g
Maxibrief International entfällt

 

Postkarte, Standardbrief und Kompaktbrief International bleiben nach den bisherigen Angaben unverändert. Eine vollständige Übersicht bietet die Deutsche Post auf ihrer Informationsseite zum Briefversand 2027.

Warum verschwindet der Maxibrief International?

Der bisherige Maxibrief International passt laut Deutscher Post nicht mehr zu den ab 2027 geltenden Vorgaben des Weltpostvertrags für den internationalen Dokumentenversand. Das betrifft sowohl das erlaubte Format als auch das Höchstgewicht. Deshalb werden die internationalen Maxibrief-Produkte abgeschafft. Die größte reguläre internationale Dokumentensendung ist künftig der Großbrief International mit maximal drei Zentimetern Höhe und einem Kilogramm Gewicht.

Wer schwerere, dickere oder als Ware eingestufte Inhalte ins Ausland verschicken möchte, muss auf ein geeignetes DHL-Produkt ausweichen.

Darf man Waren weiterhin als Brief verschicken?

Hier muss zwischen nationalem und internationalem Versand unterschieden werden. Innerhalb Deutschlands können neben Dokumenten weiterhin geeignete kleine Waren per Groß- oder Maxibrief verschickt werden, sofern Maße, Gewicht und Versandbedingungen eingehalten werden.

Bei internationalen Briefen gelten strengere Vorgaben. Die Deutsche Post weist darauf hin, dass Brief International für den Versand von Dokumenten gedacht ist. Bücher gelten beispielsweise als Ware und sind laut den internationalen Versandbedingungen vom Briefversand ausgeschlossen.

Vor allem bei kleinen Ersatzteilen, Geschenken, Büchern oder anderen Waren sollte deshalb geprüft werden, ob ein internationales Päckchen oder Paket erforderlich ist.

Ändert sich auch die Zustellzeit?

An den regulären Laufzeitvorgaben innerhalb Deutschlands soll sich durch die neuen Formate nichts ändern. Briefe werden in der Regel am zweiten Werktag nach der Einlieferung zugestellt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Sendung garantiert nach zwei Tagen im Briefkasten liegt. Die Deutsche Post spricht von einer Regellaufzeit, nicht von einem garantierten Zustelltermin. Für wichtige oder fristgebundene Unterlagen kann weiterhin ein Einschreiben oder eine andere Versandart mit Nachweis sinnvoll sein.

Werden die Briefmarken 2027 teurer?

Die angekündigten Formatänderungen sagen zunächst nichts über mögliche Portopreise ab Januar 2027 aus. Neue Preise sollten daher nicht aus den künftigen Maßen oder Gewichtsstufen abgeleitet werden.

Wer den Beitrag später aktualisiert oder kurz vor dem Jahreswechsel eine Sendung vorbereitet, sollte die dann gültigen Preise direkt bei der Deutschen Post prüfen. Bei internationalen Geschäftskundenprodukten ist bereits angekündigt, dass künftig stärker zwischen Zielen innerhalb und außerhalb der EU unterschieden wird.

Warum baut die Post ihr Angebot um?

Der klassische Brief verliert seit Jahren an Bedeutung. Nachrichten, Rechnungen und Verträge werden zunehmend digital verschickt. Gleichzeitig wächst der Paketmarkt – auch weil immer mehr Menschen online einkaufen und kleinere Waren versenden. Die Deutsche Post reagiert darauf mit weniger Sonderfällen und klarer voneinander abgegrenzten Formaten. Für die Sortierzentren bedeutet das möglichst einheitliche Sendungen, die maschinell verarbeitet werden können.

Für Kunden lautet die wichtigste Botschaft: Ab 2027 zählt nicht nur das Gewicht. Gerade beim Maxibrief entscheidet künftig die geringere Höhe von drei Zentimetern darüber, ob die Sendung noch als Brief durchgeht.

Was du vor dem Versand prüfen solltest

Bevor der Umschlag in den Briefkasten wandert, solltest du drei Werte kontrollieren:

  • Länge und Breite des Umschlags
  • Dicke der fertigen Sendung
  • Gesamtgewicht einschließlich Verpackung

Eine Küchenwaage und ein Lineal verhindern im Zweifel, dass die Sendung wegen falscher Frankierung zurückkommt oder Nachporto verlangt wird. Besonders wichtig wird das ab 2027 bei Sendungen zwischen drei und fünf Zentimetern Dicke. Sie passen dann nicht mehr in das zulässige Format des nationalen Maxibriefs – selbst wenn das Gewicht innerhalb der Grenze liegt.

Fazit: Mehr Gewicht, aber weniger Spielraum in der Höhe

Die neuen Briefformate bringen Licht und Schatten. Der Großbrief wird mit drei Zentimetern Höhe und einem Kilogramm Gewicht deutlich vielseitiger. Auch der nationale Maxibrief darf künftig mehr wiegen und größer ausfallen. Gleichzeitig wird er flacher. International fällt der Maxibrief komplett weg und wird durch Midibrief und erweiterten Großbrief ersetzt.

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Wer regelmäßig Unterlagen, Bücher oder kleine Waren verschickt, sollte deshalb spätestens zum Jahreswechsel die alte Briefschablone austauschen. Sonst wird aus dem vermeintlichen Brief schneller ein Paket – oder ein unerwarteter Rückläufer.

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