Zuckersteuer: So teuer könnten Cola & Energy-Drinks werden

Cola, Energy-Drinks und sogar Zero-Getränke könnten durch die geplante Zuckersteuer spürbar teurer werden. Je nach Zuckergehalt stehen unterschiedliche Steuersätze im Raum. Wir zeigen dir, welche Aufschläge drohen, was eine Flasche künftig kosten könnte und was für 2027 konkret geplant ist.

25. August 2026 8 Minuten

Zuckersteuer: So teuer könnten Cola & Energy-Drinks werden

TL;DR: Der Griff zur Cola könnte künftig deutlich teurer werden. Nach den aktuell diskutierten Plänen für eine neue Zuckersteuer sollen Getränke abhängig von ihrem Zuckergehalt unterschiedlich stark besteuert werden – und selbst Zero-Drinks könnten betroffen sein. Bei klassischer Cola mit mehr als zehn Gramm Zucker pro 100 Milliliter stehen 38 Cent Steuer pro Liter im Raum. Wird die Belastung vollständig an Kunden weitergegeben, könnte sich der Endpreis inklusive Mehrwertsteuer rechnerisch um rund 45 Cent pro Liter erhöhen.

Zuckersteuer 🥤: Das ist aktuell geplant

Cola zum Burger, Energy-Drink auf dem Weg ins Gym oder Eistee im Büro: Wer regelmäßig Softdrinks kauft, könnte eine neue Steuer ziemlich direkt im Geldbeutel spüren.

Die Bundesregierung plant eine Steuer auf bestimmte Getränke. Nach einem aktuell diskutierten Modell aus dem Bundesfinanzministerium soll dabei nicht jedes Getränk gleich behandelt werden. Entscheidend wäre unter anderem, wie viel Zucker pro 100 Milliliter enthalten ist.

Nach den derzeit bekannt gewordenen Überlegungen stehen folgende Steuerstufen im Raum:

Zuckergehalt Diskutierte Steuer Rechnerischer Aufschlag inkl. 19 % MwSt.*
4,5 bis 7 g je 100 ml 26 Cent pro Liter ca. 31 Cent pro Liter
mehr als 7 bis 10 g je 100 ml 32 Cent pro Liter ca. 38 Cent pro Liter
mehr als 10 g je 100 ml 38 Cent pro Liter ca. 45 Cent pro Liter
Getränke ausschließlich mit Süßstoffen 26 Cent pro Liter ca. 31 Cent pro Liter

*Vereinfachte Berechnung für den Fall, dass die zusätzliche Belastung vollständig auf den Verkaufspreis umgelegt wird.

⚠️ Wichtig: Die konkreten Steuersätze sind noch nicht endgültig gesetzlich beschlossen. Es handelt sich um aktuell diskutierte Pläne. Bis zu einem fertigen Gesetz können sich sowohl die Höhe der Steuer als auch die betroffenen Produktgruppen noch ändern.

Cola für 45 Cent mehr? So macht sich die Steuer bemerkbar 💶

38 Cent zusätzliche Steuer pro Liter wirken zunächst vielleicht nicht dramatisch. Bei einem Getränk, das im Angebot teilweise kaum mehr als einen Euro kostet, ist der prozentuale Unterschied allerdings erheblich.

Besonders klassische Cola könnte in die höchste derzeit diskutierte Steuerklasse fallen. Enthält ein Getränk mehr als zehn Gramm Zucker pro 100 Milliliter, wären 38 Cent pro Liter vorgesehen.

Kommt auf den erhöhten Nettopreis zusätzlich die Mehrwertsteuer und wird die Belastung komplett weitergegeben, entspricht das rechnerisch rund 45 Cent mehr pro Liter.

Getränkemenge Steuer bei höchster Stufe Möglicher Aufschlag inkl. MwSt.*
0,5 Liter 19 Cent ca. 23 Cent
1 Liter 38 Cent ca. 45 Cent
1,5 Liter 57 Cent ca. 68 Cent
6 × 1,5 Liter 3,42 Euro ca. 4,07 Euro

Gerade beim Wochenendeinkauf kann sich das summieren. Wer jede Woche drei 1,5-Liter-Flaschen eines entsprechend stark gezuckerten Getränks kauft, käme bei vollständiger Weitergabe rechnerisch auf mehr als 100 Euro zusätzliche Kosten im Jahr.

🧾 Entscheidend: Das bedeutet nicht, dass eine Cola automatisch exakt 45 Cent pro Liter teurer wird. Hersteller und Handel entscheiden letztlich, in welchem Umfang sie zusätzliche Kosten weitergeben. Gleichzeitig könnten Hersteller ihre Rezepturen verändern und den Zucker reduzieren, um eine niedrigere Steuerstufe zu erreichen.

Zwei Cola-Flaschen im Preisvergleich zeigen, wie sich die geplante Zuckersteuer auf den Literpreis auswirken könnte. (KI-generiert)
Zwei Cola-Flaschen im Preisvergleich zeigen, wie sich die geplante Zuckersteuer auf den Literpreis auswirken könnte. (KI-generiert)

Der Überraschungseffekt: Selbst Zero könnte teurer werden 🤯

Kein Zucker, keine Zuckersteuer? So einfach könnte es offenbar nicht werden.

Nach dem derzeit diskutierten Modell könnten auch Getränke erfasst werden, die ausschließlich mit Süßstoffen gesüßt sind. Für sie stehen aktuell 26 Cent pro Liter im Raum.

Bei vollständiger Weitergabe wären das inklusive Mehrwertsteuer rechnerisch rund 31 Cent zusätzlich pro Liter.

Damit könnten ausgerechnet Produkte betroffen sein, zu denen viele Verbraucher greifen, wenn sie Zucker vermeiden möchten: Cola Zero, Light-Limonaden und andere zuckerfreie Softdrinks.

Dieser Punkt unterscheidet die aktuell bekannt gewordenen Überlegungen von früheren Vorschlägen. Ob die Besteuerung von Süßstoffgetränken tatsächlich Bestandteil des finalen Gesetzes wird, bleibt daher abzuwarten.

Nicht nur Cola: Diese Drinks könnten betroffen sein ⚡

Der Name „Zuckersteuer“ lässt zunächst an Cola und Limonade denken. Tatsächlich könnte der Kreis der betroffenen Getränke wesentlich größer werden.

Nach den derzeit diskutierten Plänen könnten unter anderem folgende Kategorien relevant werden:

  • 🥤 Cola und Limonaden
  • ⚡ Energy-Drinks
  • 🍹 Eistee und andere gesüßte Erfrischungsgetränke
  • ☕ trinkfertige Kaffeegetränke
  • 🥛 bestimmte Milch- und Milchmischgetränke
  • 🌾 bestimmte Pflanzendrinks
  • 🍊 bestimmte Frucht- und Saftgetränke
  • 🍺 bestimmte Biermischgetränke
  • 🥤 Zero- und Light-Getränke mit Süßstoffen

Gerade bei Energy-Drinks lohnt sich ein Blick auf die Nährwerttabelle. Viele Produkte enthalten erhebliche Mengen Zucker und könnten deshalb – abhängig von ihrer jeweiligen Rezeptur – in eine höhere Steuerstufe fallen.

Wer seine Ernährung ohnehin genauer im Blick behalten möchte, kann dabei nicht nur auf Zucker achten. In unserem Frinton-Guide zu Food-Tracking mit Smartwatch und App zeigen wir, wie sich Kalorien, Makros und Ernährungsgewohnheiten im Alltag besser überblicken lassen.

Kommt die Zuckersteuer wirklich schon 2027? 📅

Der Zeitplan hat sich bereits verändert. Zunächst war eine Einführung einer Zuckerabgabe ab 2028 im Gespräch. Inzwischen wird im Bundesfinanzministerium an einer Steuer gearbeitet, die nach dem politischen Willen möglichst schon 2027 starten soll.

Ein endgültiger Termin steht jedoch noch nicht fest. Auch ein Start mitten im Jahr wäre denkbar.

📌 Aktueller Stand: 2027 ist das angestrebte Einführungsjahr – aber noch kein verbindlich feststehender Starttermin. Erst das weitere Gesetzgebungsverfahren wird zeigen, wann die Steuer tatsächlich in Kraft tritt.

Was soll eine Zuckersteuer überhaupt bringen? 🔍

Der Staat will damit nicht nur Geld einnehmen. Eine gestaffelte Steuer soll vor allem einen wirtschaftlichen Anreiz schaffen, weniger Zucker in Getränken einzusetzen.

Für Hersteller macht die Staffelung einen entscheidenden Unterschied: Liegt ein Getränk knapp oberhalb einer Steuergrenze, kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, die Rezeptur zu verändern und den Zuckergehalt zu reduzieren.

Ein international häufig genanntes Beispiel ist Großbritannien. Dort wurde bereits 2018 eine Abgabe auf bestimmte zuckerhaltige Getränke eingeführt. Ein wichtiger Effekt solcher Modelle entsteht nicht erst an der Supermarktkasse, sondern bereits vorher: Hersteller verändern Produkte, um hohe Abgaben zu vermeiden.

Für dich als Verbraucher könnte das bedeuten, dass nicht jedes Getränk zwangsläufig um den vollen Steuerbetrag teurer wird. Einige Hersteller könnten stattdessen weniger Zucker einsetzen.

Die Zuckersteuer hat auch Kritiker

Vertreter der Lebensmittel- und Getränkewirtschaft sehen solche Pläne deutlich kritischer. Zu den Argumenten gehören zusätzliche Bürokratie, steigende Preise und die Frage, ob eine einzelne Steuer komplexe gesundheitliche Probleme überhaupt wirksam beeinflussen kann.

Die Debatte dürfte deshalb nicht nur darum gehen, ob die Steuer kommt, sondern auch darum, welche Produkte betroffen sind und wie hoch die einzelnen Stufen am Ende tatsächlich ausfallen.

Ein Glas Cola neben Würfelzucker verdeutlicht, wie viel Zucker klassische Softdrinks enthalten können. (KI-generiert)
Ein Glas Cola neben Würfelzucker verdeutlicht, wie viel Zucker klassische Softdrinks enthalten können. (KI-generiert)

Was die neue Steuer für deinen Einkauf bedeutet 🛒

Ob du die Zuckersteuer deutlich bemerkst, hängt stark von deinen Gewohnheiten ab. Wer nur gelegentlich eine Cola trinkt, dürfte den Unterschied im Jahresbudget kaum spüren. Bei mehreren Flaschen pro Woche sieht die Rechnung anders aus.

Gerade kleine regelmäßige Ausgaben werden schnell unterschätzt. Digitales Bezahlen macht den spontanen Griff zum Snack oder Getränk besonders einfach. Wie sich unser Bezahlverhalten verändert, zeigen wir auch in unserem Artikel Bargeld ist out: Die Zahlungsmittelwende in Deutschland 2026.

Vier Dinge, auf die du künftig achten kannst

  • Zucker pro 100 ml checken: Die Angabe findest du auf der Nährwerttabelle. Sie könnte künftig auch für den Preis relevanter werden.
  • Literpreis vergleichen: Gerade bei unterschiedlichen Flaschengrößen zeigt er schneller, welches Angebot wirklich günstiger ist.
  • Nicht automatisch auf Zero setzen: Sollte das aktuelle Modell umgesetzt werden, könnten auch Süßstoffgetränke steuerpflichtig sein.
  • Alternativen ausprobieren: Wasser mit Zitrone, Limette, Minze oder Beeren bringt Geschmack ins Glas, ohne dass du jedes Mal zum Softdrink greifen musst.

Wenn du gleichzeitig an deiner Ernährung arbeiten möchtest, können sättigende Lebensmittel helfen, spontane Snack- und Getränkekäufe zu reduzieren. Dazu findest du bei Frinton unseren Guide Stark statt hungrig: Die effektivsten Sattmacher für Männer.

Auch der Zeitpunkt des Essens kann für die eigene Routine interessant sein. Was dabei zu beachten ist, erklären wir in Spätes Abendessen: Einfluss auf Schlaf und Stoffwechsel.

FAQ: Das musst du zur Zuckersteuer wissen ❓

Ist die neue Zuckersteuer schon beschlossen?

Die Einführung einer Zuckergetränkesteuer wird politisch vorbereitet. Die derzeit diskutierten konkreten Steuersätze und Produktgruppen sind jedoch noch nicht endgültig gesetzlich beschlossen.

Wie hoch könnte die Zuckersteuer ausfallen?

Aktuell stehen abhängig vom Zuckergehalt 26, 32 oder 38 Cent pro Liter im Raum. Für ausschließlich mit Süßstoffen gesüßte Getränke werden ebenfalls 26 Cent pro Liter diskutiert.

Wie viel teurer könnte ein Liter Cola werden?

Enthält eine Cola mehr als zehn Gramm Zucker pro 100 Milliliter, würde sie nach dem diskutierten Modell in die höchste Stufe fallen. Bei vollständiger Weitergabe der Steuer läge die rechnerische Mehrbelastung inklusive Mehrwertsteuer bei rund 45 Cent pro Liter.

Wird auch Cola Zero teurer?

Das könnte passieren. Nach den aktuell diskutierten Plänen sollen auch ausschließlich mit Süßstoffen gesüßte Getränke besteuert werden. Vorgesehen sind derzeit 26 Cent pro Liter. Ob diese Regelung tatsächlich so Gesetz wird, steht noch nicht fest.

Wann kommt die Zuckersteuer?

Die Steuer soll nach den aktuellen politischen Plänen möglichst 2027 eingeführt werden. Einen endgültig festgelegten Starttermin gibt es bislang nicht.

Werden Energy-Drinks ebenfalls besteuert?

Zuckerhaltige Energy-Drinks könnten von der geplanten Regelung erfasst werden. Wie hoch die Belastung wäre, würde bei einem gestaffelten Modell vom jeweiligen Zuckergehalt abhängen.

Fazit: Der Softdrink könnte zum teureren Luxus werden 🥤

Die geplante Zuckersteuer könnte beim Getränkekauf deutlich stärker auffallen als ein paar Cent Preisunterschied im Supermarkt. Bei stark gezuckerten Getränken stehen derzeit bis zu 38 Cent Steuer pro Liter im Raum. Wird die Belastung vollständig weitergegeben, könnte ein Liter klassische Cola inklusive Mehrwertsteuer rechnerisch rund 45 Cent mehr kosten.

Für regelmäßige Cola- oder Energy-Drink-Käufer kann sich das über das Jahr zu einem dreistelligen Betrag summieren. Gleichzeitig könnte die Steuer Hersteller dazu bringen, ihre Rezepturen zu verändern und weniger Zucker einzusetzen.

Besonders spannend bleibt die Frage nach Zero-Produkten. Sollten auch Süßstoffgetränke tatsächlich besteuert werden, würde die neue Regelung erheblich weiter reichen als eine klassische Steuer auf Zucker.

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