7.143 Schritte täglich: So bringt deine Smartwatch bis zu 30 Euro
Krankenkassen zahlen Boni für Schritte und Bewegung. Wir vergleichen Barmer, TK, DAK, AOK und IKK sowie Ziele, Prämien und Nachweise.
- Smartwatch und Krankenkassen-Bonus: Überblick der Programme
- Barmer, Techniker, DAK & Co: Die wichtigsten Boni im Vergleich
- Nachweis und Auszahlung: Schrittzähler, App und Gesundheitsdaten
- Für wen lohnt sich das Schritte-Sammeln?
- Datenschutz und kritische Einordnung der Programme
Smartwatch und Krankenkassen-Bonus: Überblick der Programme
Von Spazierengehen zu Bargeld: So funktioniert das Bonussystem
TL;DR: Wer regelmäßig zu Fuß unterwegs ist, kann sich bei einigen Krankenkassen einen Bonus sichern. Wie viel Geld es gibt, welche Schrittziele gelten und warum sich ein genauer Blick auf die Bedingungen lohnt. Die Smartwatch zählt jeden Schritt – doch was viele nicht wissen: Die gesammelten Bewegungsdaten können bei einigen gesetzlichen Krankenkassen bares Geld wert sein. Bonusprogramme belohnen regelmäßige Bewegung, Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und sportliche Aktivitäten mit Geldprämien oder Zuschüssen für Gesundheitsleistungen.
Ein bekanntes Beispiel liefert die Barmer: Wer vier Wochen lang jeweils 50.000 Schritte pro Woche schafft, erhält 150 Bonuspunkte. Umgerechnet sind das durchschnittlich rund 7.143 Schritte am Tag. Je nach gewählter Prämienform können daraus 15 Euro als direkte Auszahlung oder bis zu 30 Euro für bestimmte Gesundheitsausgaben werden.
Ganz so einfach wie „Schritte sammeln und Geld kassieren“ ist es allerdings nicht. Jede Krankenkasse legt eigene Ziele, Nachweise und Höchstbeträge fest.

Welche Krankenkasse zahlt für Schritte?
Die wichtigsten Angebote im Überblick – Stand: 21. August 2026:
| Krankenkasse | Voraussetzung | Bonus für die Schritte | Möglicher Jahresbonus |
| Barmer | Vier Wochen jeweils 50.000 Schritte | 150 Punkte: 15 Euro Geldprämie oder bis zu 30 Euro Top-Geldprämie | Bis zu 200 Euro |
| Techniker Krankenkasse | In zehn von zwölf Wochen jeweils 60.000 Schritte oder 40 Kilometer Radfahren | 1.000 Punkte: 10 Euro oder 20 Euro Gesundheitsdividende | Bis zu 200 beziehungsweise 400 Euro |
| DAK-Gesundheit | Sieben Tage hintereinander jeweils 10.000 Schritte | 10 Punkte: 10 Euro, 12 Euro Gesundheitszuschuss oder 20 Euro für einen Fitnesstracker | Challenge zweimal jährlich |
| AOK | Abhängig von der jeweiligen regionalen AOK | Unterschiedliche Ziele und Prämien | Regional verschieden |
| IKK classic | Kein vergleichbares reines Schrittprogramm; Bonus für Sport und Vorsorge | Bonus kann unter anderem für eine Smartwatch eingesetzt werden | Höhe abhängig von den Aktivitäten |
Wichtig: Die angegebenen Jahresbeträge lassen sich in der Regel nicht allein mit Schritten erreichen. Dafür müssen zusätzlich beispielsweise Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Sportkurse oder eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio nachgewiesen werden.
Barmer: Rund 7.143 Schritte täglich bringen Bonuspunkte
Bei der Barmer müssen Erwachsene vier Wochen lang in jeder Woche mindestens 50.000 Schritte zurücklegen. Das entspricht rechnerisch rund 7.143 Schritten pro Tag. Alternativ können wöchentlich 40 Kilometer mit dem Fahrrad absolviert werden. Für die sogenannte Fitnesstracker-Aktivität schreibt die Barmer 150 Punkte gut. Bei einer gewöhnlichen Auszahlung entspricht ein Punkt zehn Cent. Die Schrittaktion bringt damit 15 Euro.
Interessanter kann die sogenannte Top-Geldprämie sein. Dabei werden 50 Punkte mit bis zu zehn Euro für bestimmte selbst bezahlte Gesundheitsleistungen angerechnet. Für 150 Punkte sind somit bis zu 30 Euro möglich – allerdings nur gegen eine passende Rechnung. Das kann beispielsweise eine Rechnung für Sportausrüstung, eine Smartwatch oder andere anerkannte Gesundheitsausgaben sein.
Insgesamt lassen sich im Bonusprogramm der Barmer jährlich bis zu 200 Euro erreichen. Die Schrittaktion kann über die Barmer-App nachgewiesen werden. Für die aktuelle Komoot-Challenge verlangt die Krankenkasse einen Screenshot der erfassten Schritte.
TK-Fit: 60.000 Schritte pro Woche
Deutlich länger dauert die Fit-Challenge der Techniker Krankenkasse. Teilnehmer müssen innerhalb von zwölf Wochen in mindestens zehn Wochen jeweils 60.000 Schritte erreichen. Das entspricht bei gleichmäßiger Verteilung rund 8.571 Schritten am Tag. Alternativ zählen wöchentlich 40 Kilometer auf dem Fahrrad. Auch eine Kombination ist möglich – beispielsweise 30.000 Schritte und 20 Kilometer Radfahren. Zusätzlich müssen kurze Fragen aus den Fitness-Lektionen beantwortet werden.
Für eine erfolgreich abgeschlossene TK-Fit-Challenge gibt es 1.000 Bonuspunkte. Diese sind wahlweise zehn Euro als direkte Auszahlung oder 20 Euro als TK-Gesundheitsdividende wert. Die Dividende kann unter anderem für einen Fitnesstracker, Sportausrüstung oder andere anerkannte Gesundheitsleistungen eingesetzt werden.
Die Challenge kann pro Teilnahmejahr bis zu zweimal für Bonuspunkte genutzt werden. Im gesamten TK-Bonusprogramm sind bis zu 200 Euro als Auszahlung oder bis zu 400 Euro als Gesundheitsdividende möglich.
DAK: Sieben Tage lang jeweils 10.000 Schritte
Die DAK-Gesundheit setzt auf eine kürzere, dafür anspruchsvollere Schritte-Challenge. Versicherte ab 15 Jahren müssen an sieben aufeinanderfolgenden Tagen jeweils mindestens 10.000 Schritte gehen oder laufen. Als Nachweis genügt laut DAK ein Screenshot aus der eigenen Fitness- oder Schrittzähler-App. Die Challenge bringt zehn Bonuspunkte und kann zweimal im Kalenderjahr eingereicht werden.
Beim DAK AktivBonus entspricht ein Punkt einem Euro. Die Challenge bringt somit zehn Euro als direkte Geldprämie. Wer den Bonus für bestimmte Gesundheitsleistungen einsetzt, erhält 20 Prozent mehr – also zwölf Euro. Beim Kauf eines anerkannten Fitnesstrackers wird der Punktewert sogar verdoppelt. Dann können zehn Punkte bis zu 20 Euro Zuschuss bedeuten.
Allein mit der Schritte-Challenge sind damit pro Jahr maximal 20 Euro als Auszahlung beziehungsweise bis zu 40 Euro für einen Fitnesstracker möglich.

AOK: Auf die regionale Krankenkasse kommt es an
Bei der AOK ist eine pauschale Aussage schwierig. Es gibt nicht ein einziges bundesweit identisches Bonusprogramm. Die Angebote der regionalen AOKs unterscheiden sich bei Schrittzielen, Prämien und Höchstbeträgen teilweise erheblich. Ein Beispiel ist die AOK PLUS für Sachsen und Thüringen. Dort können Versicherte für Fitnesstracking, Bewegungsziele und weitere Gesundheitsaktivitäten Bonusbeträge sammeln. Andere regionale AOKs setzen dagegen auf tägliche Schrittziele oder belohnen Sport über andere Nachweise.
Wer bei einer AOK versichert ist, sollte deshalb in der „Meine AOK“-App zuerst seine regionale Kasse auswählen und dort die aktuell gültigen Bedingungen prüfen. Die allgemeine Aussage, jede AOK zahle 25 Cent pro erreichtem Tagesziel, gilt nicht automatisch für alle AOK-Versicherten.
IKK classic: Zuschuss statt reiner Schritteprämie
Die IKK classic bietet derzeit kein direkt vergleichbares Bonusmodell, bei dem eine festgelegte Zahl an Schritten automatisch vergütet wird. Trotzdem kann sich eine Smartwatch finanziell lohnen.
Versicherte sammeln beispielsweise für Sport, Vorsorgeuntersuchungen und gesundheitliche Messwerte einen Bonus. Dieser kann ausgezahlt oder für ausgewählte Gesundheitsausgaben eingesetzt werden. Dazu gehört auch die Anschaffung eines Fitnesstrackers oder einer Smartwatch.
Ein Rechenbeispiel der IKK classic zeigt: Drei anerkannte Aktivitäten zu jeweils 25 Euro ergeben 75 Euro Geldbonus. Werden die Punkte für eine Fitnesstracker-Rechnung genutzt, kann der Zuschuss – begrenzt durch den tatsächlichen Rechnungsbetrag – deutlich höher ausfallen. Die genauen Bedingungen stehen im Bonusprogramm der IKK classic.
So lassen sich die Schritte nachweisen
Je nach Krankenkasse stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung:
- automatische Übertragung über die Krankenkassen-App,
- Verbindung mit Apple Health oder Google Fit,
- Synchronisierung einer Smartwatch oder eines Fitnesstrackers,
- Screenshot aus einer Fitness-App,
- Teilnahme an einer Challenge innerhalb der jeweiligen App.
Eine besonders teure Smartwatch ist dafür nicht erforderlich. Häufig reicht bereits der Schrittzähler des Smartphones. Entscheidend ist, welche Nachweise die eigene Krankenkasse akzeptiert.
Vor Beginn einer Challenge sollte geprüft werden, ob die App korrekt zählt und alle erforderlichen Daten speichert. Fehlt am Ende nur ein Tag oder wurde das Wochenziel knapp verfehlt, kann der gesamte Bonus entfallen.
Lohnt sich das Sammeln von Schritten?
Reich wird durch die Bonusprogramme niemand. Wer ohnehin täglich spazieren geht, läuft oder mit dem Hund unterwegs ist, kann jedoch ohne großen zusätzlichen Aufwand einige Euro sammeln.
Interessanter werden die Programme, wenn die Schritte mit weiteren Aktivitäten kombiniert werden. Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Zahnkontrollen, Sportvereine, Fitnessstudios oder Präventionskurse erhöhen den Bonus häufig deutlich.
Besonders attraktiv sind Gesundheitszuschüsse. Viele Krankenkassen verdoppeln den Wert der Punkte oder rechnen einen höheren Betrag an, wenn das Geld beispielsweise für eine Smartwatch, Laufschuhe, eine professionelle Zahnreinigung oder andere anerkannte Gesundheitsleistungen verwendet wird.
Was passiert mit den Gesundheitsdaten?
Für den Bonus muss die Krankenkasse nachvollziehen können, dass das geforderte Bewegungsziel erreicht wurde. Dafür werden je nach Programm Schrittzahlen synchronisiert oder Screenshots hochgeladen.
Vor der Verbindung einer Smartwatch sollten Versicherte prüfen:
- Welche Daten werden übertragen?
- Erhält die Krankenkasse nur das Ergebnis der Challenge oder den gesamten Bewegungsverlauf?
- Welche App oder welcher externe Dienst verarbeitet die Daten?
- Wie lange werden die Informationen gespeichert?
- Kann die Verbindung nach der Challenge wieder getrennt werden?
Wer möglichst wenige Daten weitergeben möchte, kann nach einem Programm suchen, bei dem ein einfacher Screenshot als Nachweis genügt.
Fazit: Ein Blick in die Krankenkassen-App kann sich lohnen
Wer eine Smartwatch oder einen Fitness-Tracker trägt, sollte die App seiner Krankenkasse öffnen und nach Begriffen wie „Bonusprogramm“, „Fitness-Challenge“ oder „Schritte-Challenge“ suchen.
Die Programme unterscheiden sich stark: Bei der Barmer genügen vier Wochen mit jeweils 50.000 Schritten, während die TK eine zwölfwöchige Challenge vorsieht. Die DAK verlangt sieben Tage hintereinander jeweils 10.000 Schritte. Bei den regionalen AOKs gelten unterschiedliche Bedingungen.
Vor allem in Kombination mit Vorsorge, Sport und Gesundheitskursen kann aus dem täglichen Spaziergang ein attraktiver Zuschuss werden. Die Smartwatch bezahlt sich dadurch zwar selten vollständig – einen Teil des Kaufpreises können aktive Versicherte aber durchaus zurückholen.
Hinweis: Bonusprogramme und Prämien können jederzeit geändert werden. Maßgeblich sind immer die aktuellen Bedingungen der jeweiligen Krankenkasse.
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